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Thanksgiving
Day – der traditionelle amerikanische Feiertag
60 Mitglieder folgten der Einladung zum Thanksgiving
Dinner am 24. November 2011 auf der Paschenburg. Überraschungsgast
an diesem Abend war die neue amerikanische Generalkonsulin K.
Inmi Patterson. Sie war der Einladung des Vorstandes zu einem
Besuch des Landkreises gefolgt.
Pünktlich um 14.00 Uhr trafen die Generalkonsulin und Ihre
Begleiter in Stadthagen ein. Hier wurde sie vom Vorstand der
SDAG und Bürgermeister Hellmann in Empfang genommen. Nach
der Vorstellung der Stadt und einer anregenden Diskussion trug
sich die Generalkonsulin K. Inmi Patterson mit folgenden Worten
in das „Goldene Buch“ der Stadt ein: |
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Ich danke Ihnen für die Gelegenheit,
Ihre wunderschöne Stadt besuchen zu dürfen, ganz
besonders, da ich am meinem liebsten amerikanischen Feiertag
…. Thanksgiving Day … hier bin.
Happy Thanksgiving
K. Inmi Patterson |
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Ein kurzer Rundgang über den Marktplatz rundete
den Besuch ab.
Anschließend fuhr der Konvoi nach Apelern, um dort dem
Gedenkstein für die Auswanderer und Gründer der Stadt
Schaumburg in Illinois zu besuchen. |
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Zurück in Stadthagen, stand der Besuch des
Landkreises auf dem Programm. Die stv. Landrätin, Frau
Helma Hartmann-Grolm, ließ es sich nehmen die Generalkonsulin
persönlich zu begrüßen und den Landkreis vorzustellen. |
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Der Abschluss des Besuches war die Einladung zum Thanksgiving
Dinner auf der Paschenburg. In einer kurzen Ansprache in perfektem
Deutsch lobte sie die Aktivitäten der Schaumburger Deutsch-Amerikanischen
Gesellschaft und hob dabei wieder einmal hervor, dass die
SDAG zu den aktivsten Norddeutschen Partnerschaftsorganisationen
gehöre.
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Vom
kleinen weißen Haus an der Alster bis ins hiesige Rathaus
US-Generalkonsulin Inmi Kim Patterson zu Besuch
im Landkreis
STADTHAGEN (wa). Wie ist das denn hier mit dem Tourismus?
So lautete eine Frage der US-Generalkonsulin
Inmi Kim Patterson an Bürgermeister
Bernd Hellmann bei ihrem Besuch der Kreisstadt.
Hellmann antwortete souverän und hob
die beiden Anziehungspunkte Bückeburger
Schloss und das Wilhelm Busch Geburtsthaus in Wiedensahl
hervor. Verdrängte aber nicht die Tatsache,
das auch Stadthagen nicht vom demographischen
Wandel verschont bleibt. Patterson war auf Einladung
der Schaumburger Deutsch-Amerikanischen
Gesellschaft im Landkreis unterwegs. Unter
anderem trug sie sich im Goldenen Buch der Stadt
Stadthagen ein und besichtigte das Auswandererdenkmal
in Apelern.
Auch wenn in Amerika gerade Thanks-Giving-Fest ist, sei sie gern
nach Schaumburg gekommen, um mit ihren deutschen Freunden den Abend
zu begehen, so die gebürtige Südkoreanerin Patterson.
Mittels eines Imagefilmes stellte ihr Hellmann Stadthagen in Bild
und Ton vor. Patterson spricht sieben Sprachen darunter auch fließend
Deutsch. Gerne ließ sie sich die besondere Form der Häuser
in der Stadt der Weserrenaissance erklären. Ebenso informierte
sie Jürgen Watermann, erster Vorsitzender der Schaumburger
Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft, über die heftige Diskussion
um den geplanten Klinikbau in Obernkirchen. In den USA ist die Gesundheitsversorgung
anders geregelt als in Deutschland. Dort gibt es kommunale und private
Krankenhäuser. Patterson ist Diplomatin im US-Außenministerium.
Sie trägt einen Doktortitel in Entwicklungspsychologie der
Katholischen Universität in Washington D.C.. Unter anderem
war Patterson Beraterin für das Moskauer Büro der Unmweltschutzorganisation
Earth Watch sowie für UNICEF in Peking. Ihre diplomatischen
Erfahrungen sammelte sie in den Abteilungen für Öffentliche
Angelegenheiten in Japan, China und Kenia, in der Abteilung für
Politische Angelegenheiten an der US-Botschaft in Moskau und während
ihres Dienstes in der US-Delegation bei der OSZE in Wien. Nun ist
sie als US-Generalkonsulin im Consulate General of the United States
im "Little White House on the Alster" in Hamburg tätig.
Schaumburger Wochenblatt vom 30.11.2011 | Foto:
wa | Ausgabe-Nr. 48A
US-Generalkonsulin in Schaumburg
Die schon seit längerer Zeit geplante
Verabredung zum traditionellen Thanksgiving-Essen in Hamburg hat
US-Generalkonsulin Inmi Patterson gerne abgesagt. „Die Einladung
nach Schaumburg klang einfach zu interessant“, sagte sie.
Landkreis (par). Am Donnerstagnachmittag (24. November) verschaffte
sich die Diplomatin einen Eindruck vom Landkreis und trug sich auch
in das Goldene Buch der Stadt Stadthagen ein. „Es ist das
erste Mal, dass wir eine Konsulin zu Gast haben“, erklärte
Bürgermeister Bernd Hellmann erfreut, der gerne Auskunft über
das Schaumburger Land gab und über Schlösser, die Geschichte
des Kreises und die Infrastruktur plauderte. Für die Unterhaltung
musste er noch nicht einmal auf sein Englisch zurückgreifen
– Patterson spricht sieben Sprachen, darunter auch Deutsch.
„Man hat scheinbar ein angenehmes Leben hier“, sagte
sie lächelnd, nachdem sie einen Imagefilm über die Kreisstadt
zu sehen bekam.
Im
Anschluss daran wurde sie von Mitgliedern der Schaumburger Deutsch-Amerikanischen
Gesellschaft nach Apelern begleitet, wo sie das im September 2008
errichtete Denkmal für die Mitte des 19. Jahrhunderts Ausgewanderten
besichtigte, die später in der Nähe von Chicago die Stadt
Schaumburg gründeten. Diese hat heute rund 80.000 Einwohner.
Schaumburger Nachrichten - 25.11.2011
Im
kleinen Weißen Haus an der Alster
SDAG ist einer der aktivsten Partnerschaftsvereine
RINTELN/HAMBURG (ste). Wie bereits seit vielen Jahren
wurde die Schaumburger Deutsch-Amerikanische Gesellschaft (SDAG)
auch diesmal zu einem besonderen Anlass des amerikanischen Generalkonsulates
in Hamburg eingeladen.
1790 wurde das erste Konsulat der Vereinigten Staaten von Amerika
in Hamburg geschaffen. Im Vordergrund standen vor allen Dingen wirtschaftliche
Interessen auf beiden Seiten des Atlantiks.
So waren verschiedene Hamburger Bürger als Konsul Repräsentant
für die Nation auf der anderen Seite des Atlantiks. Im Jahre
1904 war dieser Standort so wichtig geworden, das die damalige US-Regierung
beschloss, daraus ein Generalkonsulat zu machen. Nach der Schließung
im zweiten Weltkrieg - die Aufgaben wurde durch das Schweizer Konsulat
wahrgenommen - wurden nach mehreren provisorischen Standorten dann
an exponierten Stelle Hamburgs, dem Alsterufer, im Jahre 1951 zwei
Villen gekauft und zu einem stilistisch gelungen Gebäude zusammengefasst.
So ist man heute zu der Ansicht gelangt, man könne es auch
das "Kleine Weiße Haus an der Alster" nennen. Anlässlich
des "60sten Geburtstages" wurde jetzt auch die SDAG als
eine der aktivsten Partnerschaftsvereine im Verantwortungsbereich
des Generalkonsulates eingeladen. Jürgen Watermann und Klaus-Dieter
Budde als stellvertretende Vorsitzende haben diese Einladung wahrgenommen.
"Auch wenn ich erst kurze Zeit hier bin," so Generalkonsulin
Inmi K. Patterson in einem persönlichen Gespräch mit Jürgen
Watermann und Klaus-Dieter Budde, "habe ich von meinen Mitarbeitern
gehört, dass die SDAG eine de aktivsten
Partnerschaftsverbindungen in Norddeutschland ist". "Natürlich
freut man sich, wenn man so wahrgenommen wird", konnte Jürgen
Watermann nur antworten. Und Klaus-Dieter Budde ergänzte, dass
man auch weiterhin eine aktive Partnerschaft pflegen werde. Beide
luden dann die Generalkonsulin zu einem Besuch ins Schaumburger
Land ein. "Und sie können sicher sein, bei uns lässt
es sich gut leben und wir werden alles versuchen, gute Gastgeber
zu sein", war die feste Zusage der beiden Schaumburger.
Foto: privat vom 07.09.2011 | Ausgabe-Nr. 36A
Treppauf
und treppab geht es durch die großen Halle
Schaumburg-Deutsch-Amerikanische-Gesellschaft besichtigt
Unternehmen
RINTELN (ste). Einmal durch Wesergolds Produktionshallen
und wieder zurück - zu Fuß, mit Mütze und weißem
Kittel. Um sich über die Firmenentstehung und ihre Entwicklung
zu informieren und gleichzeitig auch einen Blick hinter die Kulissen
des Fruchtsaftkonzerns zu werfen, lud die Schaumburg-Deutsch-Amerikanische-
Gesellschaft (SDAG) ihre Mitglieder jetzt zu einer Betriebsbesichtigung
ein.
30 Teilnehmer waren mit dabei und wurden von Heinrich Requadt von
der Firma Riha in Empfang genommen.
Not macht erfinderisch, so stellte Requadt die Firmengeschichte
vor. Im Falle von Richard Hartinger sen. war diese "Not"
sein großer Durst, den die starke Hitze bei seiner Arbeit
als Glasbläser verursachte. Seine Lösung: Apfelsaft, den
er aus den reichlich vorhandenen Äpfeln zunächst für
den Eigenbedarf selbst presste. Dafür baute er eine einfache
Handpresse - eine Entwicklung, der viele weitere folgen sollten.
1934 wurden schließlich erstmals kommerziell Erfrischungsgetränke
durch ihn hergestellt, mittlerweile führt Richard Hartinger
jun. in der dritten Generation das Unternehmen, so dass die Unternehmensführung
weiter in Familienhand liegt. Treppauf, treppab ging die Führung
über das riesige Firmengelände. Vorbei an vollautomatischen
Abfüll- und Verpackungsstrassen bis hin zum vollautomatische
Hochregallager. Die Besucher erfuhren, dass das hauseigene Labor
ständig alle Produkte auf Reinheit kontrolliert und so erstklassige
Qualität garantiert. Auch Glas-Mehrweg- und PET-Cycle-Flaschen
als Mehrweg-Systeme sowie Kartonverpackungen werden direkt im Werk
in Rinteln produziert.
Die Ausmaße des Werkes übersteigen die Vorstellungskraft
- neben einer Produktionsfläche von über 32.000 qm stehen
heute 60.000 Palettenstellplätze in Regallägern, über
80.000 qm Freilager sowie 27 Millionen Liter Tankraum zur Verfügung.
Produziert wird hier die gesamte Palette von nichtalkoholischen
Getränken mit rund 500 verschiedenen Produkten. Wie die Besucher
erfuhren, produziert RIHA an fünf weiteren europäischen
Standorten sowie in Costa Rica. In knapp zweieinhalb Stunden Rundgang
erfuhren die Teilnehmer viel Wissenswertes.
Foto: privat vom 07.09.2011 | Ausgabe-Nr. 36A
Vier
Schaumburger Polizisten gehen in Amerika mit den Cops auf Streifendienst
Ein Besuchs- und Erfahrungsbericht / Ralf Stöber berichtet:
"Polizisten sind in ihrem Wesen, Denken und Verhalten gleich!"
LANDKREIS SCHAUMBURG (ste). Im Rahmen des Austauschprogrammes
der Schaumburger Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft nahmen vier
Schaumburger Polizisten an einem Besuch in Schaumburg Illinois teil.
Ralf Stöber war einer von ihnen. Seine Erfahrungen schrieb
der Polizeibeamte in einem Bericht an das Schaumburger Wochenblatt.
Jeder der Teilnehmer war bei einem Kollegen des "Schaumburg
Police Department" und seiner Familie untergebracht, was für
alle eine neue, aber auch sehr positive Erfahrung war. Nach einer
kurzen Eingewöhnungsphase hatte man sehr schnell zueinander
gefunden und verbrachte gemeinsam einige Zeit, um das Land, die
Gastgeber und deren Lebensgewohnheiten und Hobbys kennen zu lernen.
In den kommenden Tagen hatte jeder auch die Möglichkeit, nicht
nur die Dienststelle mit ihren verschiedenen Abteilungen zu sehen,
sondern auch den dienstlichen Alltag hautnah zu erleben. Neben der
normalen Streifentätigkeit wurden auch die Detectivs begleitet,
die under cover ein Haus, in dem Drogen verkauft wurden, observierten.
Unterschiede zu der Arbeit hier im Landkreis Schaumburg wurden schnell
deutlich: Die Fahrzeuge sind mit Radar, Laptop und Sturmgewehr ausgerüstet.
Die Polizisten fahren ohne Partner auf Streife und finden zusätzliche
Sicherheit durch ihre persönliche Schutzausstattung (schusssichere
Westen), schnelle Unterstützung durch andere "Solokollegen"
sowie eine klare bauliche Trennung der Rückbank und Vordersitze.
Das ermöglicht den Transport von Gefangenen auch alleine.
Auch bei polizeilichen Maßnahmen zeigten sich Unterschiede.
Drogenschnelltest gibt es nicht, Verkehrskontrollen sind nur nach
Erkennen eines konkreten Verstoßes möglich und bei Fahrten
unter dem Einfluss alkoholischer Getränke sind keine Blutproben
unter Zwang erlaubt. Andererseits wird bei diversen Verstößen
der Führerschein direkt vor Ort einbehalten, es wird eine Quittung
hierüber zum weiteren Fahren ausgestellt. Wer seinen Führerschein
anschließend wieder haben möchte, muss vor Gericht erscheinen
und die entsprechende Strafe bezahlen. Interessant war auch feststellen
zu können, dass sich die Kollegen hier wie dort in ihrem Wesen,
Denken und Verhalten sehr ähnlich sind. "Wir hätten
auch sofort dort in die Polizeiarbeit einsteigen können",
so Stöber. Ob die amerikanischen Kollegen dieses ebenso empfinden,
wird bei einem Gegenbesuch auszuloten sein. Dann werden die Kollegen
zu Gast in Deutschland sein und die hiesige Polizeiarbeit und das
Leben in Deutschland kennen lernen.
"Wir freuen uns schon darauf", schreibt Stöber!
Foto: privat vom 20.08.2011 | Ausgabe-Nr. 33B
Die Teilnehmer der gemischten Gruppe sind
aus Schaumburg/Ill. zurück. 16 Teilnehmer haben viele neue
Erfahrungen und Eindrücke über den „American Way
of Life“ mitgebracht.
Willkommen
im Schaumburg der Superlative
Schaumburg gibt es zweimal auf der Welt: in
Niedersachsen und im US-Staat Illinois. Seit gut drei Jahrzehnten
ist der Austausch zwischen den Kommunen rege und kreativ –
und die Zeit als Schaumburger in Schaumburg, USA, eine Erfahrung,
die einen so bald nicht mehr loslässt. Ein Erfahrungsbericht.
Ist man als deutscher Schaumburger zu Gast bei Einwohnern
der Stadt Schaumburg im US-Bundesstaat Illinois, dauert es nicht
lang, bis die Fragen kommen: Wart ihr schon einmal in den USA? Welchen
Ruf haben Amerikaner in Deutschland? Sprechen alle Deutschen so
gut Englisch? Was haltet ihr von unserem Präsidenten?
Und ab und zu muss man auch unwillkürlich lächeln; da
wird schon mal gefragt, ob in Deutschland auf der linken Straßenseite
gefahren wird, und man wird den Eindruck nicht los, dass Deutschland
für vermeintlich weitverbreitete Merkmale wie Kopfsteinpflaster
und Lederhosen genauso gemocht wird wie für seine Autos und
seine Ingenieurskunst.
Dass das Deutschlandbild vieler Amerikaner eher einem Märchenbuch
denn der Realität gleicht, sollte allerdings schnell zu verzeihen
sein: Schließlich ist man vom deutschen Schaumburg aus in
rund sieben Autostunden in Paris, während man vom amerikanischen
Schaumburg aus nach rund sieben Stunden gerade mal in Nashville,
Tennesse, ist.
Doch
trotz oder vielleicht gerade, weil manche Amerikaner ihren Kontinent
oder gar ihr Land noch nie in ihrem Leben verlassen haben, bringen
sie den deutschen Besuchern eine Gastfreundschaft entgegen, wie
man sie hier wohl lange suchen müsste:
Natürlich kannst du mein Auto benutzen, hier ist der Schlüssel
zu meinem Haus, der Kühlschrank ist voll, bedien dich. Ist
man gemeinsam essen oder einkaufen, muss man regelrecht eine Debatte
lostreten, um auch mal selbst etwas zahlen zu dürfen.
Rund 150 Jahre ist die Geschichte der Stadt Schaumburg alt, für
US-Standard biblisch, für Deutsche eher neuere Geschichte.
Als im Jahr 1840 die ersten deutschen Aussiedler in die gerade frisch
zur Besiedlung freigegebene Gegend kamen, hieß die Stadt noch
„Sarah’s Grove“. Die Überlieferung will es,
dass 1851, während einer Einwohnerversammlung, über einen
neuen Stadtnamen gestritten wurde – bis ein Friedrich Nerge,
ursprünglich aus Reinsdorf bei Apelern, mit der Faust auf den
Tisch schlug und rief: „Schaumburg schall et heiten!“
Seitdem hat sich freilich eine Menge getan in der 75 000 Einwohner
zählenden Stadt, die rund eine Autostunde von der drittgrößten
Stadt der USA, Chicago, entfernt liegt.
Wer
verstehen will, wie dieses Schaumburg funktioniert, der sollte die
Stadtbücherei aufsuchen. Nicht nur, um sich ein Buch über
die Geschichte der Stadt auszuleihen, sondern, um den Bestand an
Büchern, Hörbüchern, DVDs, CDs, Schallplatten und
digitalen Dateien, der insgesamt über zehn Million Euro wert
ist, zu bestaunen. Auch wenn die amerikanische Wirtschaft immer
noch am Boden liegt, sich die Immobilienpreise im Keller befinden,
während sich Arbeitslosenzahlen und Benzinpreise auf nie gekannten
Höchstniveaus befinden, geht es Schaumburg noch vergleichsweise
gut. Die Zentrale des Elektronikkonzerns Motorola sitzt dort, mit
der „Woodfield Mall“ ist dort die fünftgrößte
Einkaufsstraße des Landes angesiedelt, in der derzeit 285
Geschäfte zu finden sind – in direkter Nachbarschaft
zu mehreren Outlets und Einkaufszentren.
Weiterer großer Anziehungspunkt ist das Einrichtungshaus IKEA,
das hier vor rund zehn Jahren eine der ersten Filialen der USA eröffnete.
Dieses in Schaumburg angesiedelte Gewerbe bekommt der Gemeinde gut,
denn rund 80 Prozent der Grundsteuer, egal ob von Motorola oder
von einer fünfköpfigen Familie gezahlt, gehen in Schaumburgs
Bildungseinrichtungen. Und so ist die dreistöckige Stadtbücherei
eines von vielen Vorzeigestücken der Stadt mit einem zur Verfügung
stehenden Budget von 15 Millionen US-Dollar (etwa 10,5 Millionen
Euro) pro Jahr. Es ist die zweitgrößte Bibliothek in
Illinois, hat eine Million Besucher pro Jahr, 300 Angestellte, es
gibt große Sektionen für die sechs in Schaumburg meistgesprochenen
Sprachen neben Englisch, nämlich Spanisch, Polnisch, Hindi,
Urdu, Japanisch und Chinesisch. Allein die Jugendabteilung umfasst
600 000 Bücher, es gibt eine Abteilung für körperlich
behinderte Menschen mit speziellen Computern, ein Kindertheater,
einen Werkraum, sein Bewerbungstraining kann man genauso absolvieren
wie einen Sudoku-Kurs. In der Kinderabteilung werden allerdings
auch gern Ratgeber ausgeliehen, die verraten, wie das eigene Kind
in Schultests besonders gut abschneidet, damit es später den
Sprung auf eine gute Schule schafft. Die Zahl der Kinder, die eigens
auf diesen Zweck zugeschnittene Förderprogramme besuchen, liegt
auch im recht wohlhabenden Schaumburg im hohen fünfstelligen
Bereich. „Das ändert sich derzeit mit der Obama- Regierung“,
sagt Bibliotheksleiterin Stephanie Sarnoff. Der US-Präsident
habe den starken Konkurrenzdruck aus dem amerikanischen Schulsystem
genommen.
Auch die insgesamt 27 Schulen und die Universität des Bezirks
profitieren von der Grundsteuer-Praxis und den Verkaufssteuern der
Einzelhändler, 285 Millionen US-Dollar (rund 199 Millionen
Euro) stehen dem Bezirk somit jährlich zur Verfügung.
So wird an der Blackwell-Grundschule zum Beispiel parallel in Englisch
und Gebärdensprache unterrichtet: Obwohl nur zwölf der
insgesamt 300 Schüler hier hörgeschädigt oder taub
sind, sollen die Kinder integriert aufwachsen. Ebenso gibt es zahlreiche
Grundschulen, an denen zweisprachig auf Englisch und Spanisch oder
auch mal auf Japanisch unterrichtet wird.
Seinen Stolz auf Schaumburg kann auch der (schwedischstämmige)
Al Larson, seit 1987 Bürgermeister von Schaumburg und mit seinen
72 Jahren gerade zu weiteren vier Jahren im Amt vereidigt, nicht
verbergen: Von einer „Schaumburg myth“, einem Schaumburger
Mythos, der durch die USA gehe, spricht er. Dieser „Mythos“
hat seinen Ursprung vor allem in einer Tatsache: Die Einkaufsmöglichkeiten
in Schaumburg sind beinahe unendlich.
Genauso
wie das nahe Chicago ist auch Schaumburg ein Produkt sorgfältiger
Stadtplanung: In den 60er Jahren griff der tadtentwicklungsplan
des damaligen Bürgermeisters, um aus dem eher ländlichen
Schaumburg eine attraktive Stadt zu machen. Der Plan wurde mit der
Eröffnung der „Woodfield Mall“ im Jahr 1971 beendet,
Einzelhandel, Industrie und Wohnungsbau entwickelten sich überdurchschnittlich,
ganze Stadtteile wurden von Grund auf renoviert, Ghettos wurden
zu Parkanlagen umgestaltet. In den 90er Jahren kamen neben mehr
Gewerbe auch Restaurantketten und eine Schnellverbindung zum internationalen
Flughafen O’Hare dazu, 2000 erfolgte die letzte große
Baumaßnahme mit inem 30 000 Quadratmeter großen Messezentrum,
gleichzeitig Designer-Hotel mit 500 Räumen.
Glaubt man Bürgermeister Larson, ist Schaumburgs Entwicklung
noch nicht beendet: Folgen sollen noch ein Kulturzentrum sowie schnellere
Verkehrsanbindungen nach Chicago. Gerade hat Schaumburg sein Baseballteam
aufgelöst, es soll neu besetzt werden und besser spielen.
Keine Frage, die Dimensionen in den USA sind im Vergleich zu Deutschland
ganz andere. Um diese Unterschiede aber nicht zu Grenzen werden
zu lassen, sondern um „Brücken zu bauen“, wie sie
es im eigenen Motto benennt, kümmert sich seit 1983 auf deutscher
Seite die Schaumburger Deutsch-Amerikanische Gesellschaft (SDAG).
Mal besuchen jugendliche Sportmannschaften oder Bands einander,
mal einheitliche oder gemischte Berufsgruppen aus Polizisten, Feuerwehrleute
oder Krankenpfleger.
Eine
Art Kulturschock lässt sich wohl kaum vermeiden: Die USA sind
ein Land, in dem Rassismus noch immer ein großes Thema ist
und der Bürgerkrieg regelmäßig nachgespielt wird;
in dem „gleich um die Ecke“ heißt, dass man eine
Viertelstunde mit dem Auto braucht; in dem man sich in jedem Supermarkt
leicht verlaufen kann; in dem viele Menschen nicht mehr wissen,
wie eine lebendige Kuh aussieht.
Gleichzeitig ist der Aufenthalt in einer Gastfamilie, die sich ein
Bein ausreißt, um dem deutschen Besuch die besten Seiten der
eigenen Stadt und des eigenen Landes zu zeigen, eine Erfahrung,
die einen nicht mehr loslässt. Und wenn es zurück ins
eigene Land gehen soll, sind bislang bei jedem Abschied Tränen
geflossen.
Informationen: Mehr Informationen über die
SDAG gibt es unter www.sdagshg. de.
Schaumburger Zeitung 21.05.2011 von MARIE DENECKE
| Foto: mld
Mixed Group
– ein voller Erfolg. - Beide Städte eng verbunden
Jahreshauptversammlung der Schaumburger Deutsch-Amerikanischen
Gesellschaft e.V.
Jürgen Watermann, als Stellvertreter des wegen Krankheit verhinderten
Vorsitzenden Dr. Egon Crombach, eröffnete die Jahreshauptversammlung
der Schaumburger Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft (SDAG)im Panorama
Restaurant in Luhden.
Die SDAG, seit 1983 ein Begriff in Schaumburg, kann auf ein erfolgreiches
Vereinsjahr zurückblicken. Er dankte im Namen von Dr. E. Crombach
für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Worten
– „Es ist die Arbeit in einem Team mit dem es Spaß
macht“.
Kennenlernen der jeweiligen Kultur und des Arbeitslebens, ist ein
Ziel der SDAG.
Aufgrund der Anregung der Partnerstadt wurde im April 2010 erstmalig
eine Austauschmaßnahme durchgeführt, deren Teilnehmer
aus verschiedenen Berufsgruppen kamen. Bis dahin hatten nur Austauschmaßnahmen
von jeweils einer bestimmten Berufsgruppe stattgefunden, bei der
es hin und wieder Probleme gab, genügend Teilnehmer beziehungsweise
Gasteltern zu finden.
Das neue Konzept stieß sofort auf beiden Seiten des Atlantiks
auf großes Interesse. Die Gäste aus den USA hatten die
Gelegenheit, Einsicht in die deutsche Arbeitswelt zu erhalten. Der
Empfang beim Landkreis und das Ausflugsprogramm brachten den Teilnehmer
unser schönes Schaumburg näher. Für alle Besucher
war es der 1. Aufenthalt in Deutschland. Neben dem Schaumburger
Land besuchten die Gäste auch Berlin, wo sie u. a. unter Führung
des Schaumburger Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy den Reichstag
besichtigten.
Im April 2011 wird eine gemischte Gruppe zum Gegenbesuch aus dem
Landkreis Schaumburg in die Partnerstadt reisen. Die Teilnehmer
kommen ebenfalls aus verschiedenen Berufsgruppen und werden in der
Partnerstadt die Gelegenheit haben, Einsicht in das dortige Berufsleben
zu erhalten. Natürlich gehört auch ein Besichtigungsprogramm
und der Besuch Chicagos dazu.
Als großer Erfolg für 2010 ist zu verbuchen, das erstmalig
seit 2003 eine kleine Gruppe von 8 Schülern und 2 Begleitern
im Oktober an einem Austausch teilnehmen konnte. Ein neuer Anfang
der Grund zur Hoffnung gibt, dass weitere Austauschmaßnahmen
stattfinden werden.
Die amerikanischen Gastgeber boten den Teilnehmern ein interessantes
Sightseeing Programm und die Schüler nahmen am Unterricht der
Schaumburg Highschool teil.
Das im September durchgeführte Mitgliederfest unter dem Motto
„American Barbecue mit Live im Big Band Sound“ war leider
aufgrund des schlechten Wetters nicht gut besucht.
Für die Mitglieder und Freunde der SDAG sind 2011 eine Betriebsbesichtigung,
und eine kulturelle Veranstaltung geplant. Die Einladungen werden
rechtzeitig versandt. Im Herbst 2011 wird wieder der Besuch einer
Mixed Group aus der Partnerstadt Schaumburg/Ill. erwartet.
Im Anschluss an den Bericht des Vorstandes erläuterte Schatzmeister
Wilhelm Mevert den Jahresabschluss 2010, und den Haushaltsplan 2011.
Anhand einer Grafik stellte er fest, dass die Mitgliederzahl kontinuierlich
wächst. Am 31.12.2010 waren es 211 Mitglieder.
Ein weiteren Tagesordnungspunkt waren die Wahlen des geschäftsführenden
Vorstandes, der Beisitzer und der Kassenprüfer, Der geschäftsführende
Vorstand wurde wiedergewählt - Dr. Egon Crombach (Vorsitzender),
Jürgen Watermann (1. stellvertr. Vorsitzender), Klaus-Dieter
Budde (2.stellvertr. Vorsitzender), Wilhelm Mevert (Schatzmeister)
und Anne Coert (Schriftführerin).
Ernst Führing, Friedhelm Hamann, Sandra Kühnast, Heinz-Gerhard
Schöttelndreier, Astrid Teigeler-Tegtmeier, Heinrich Wallenstein,
Jörg Farr und Burghard Rohrsen übernehmen für 2 Jahre
die Aufgabe als Beisitzer. Olaf Bielinski und Thomas Dehne wurden
von der Versammlung zu Kassenprüfern gewählt.
Auf 25 Jahre Mitgliedschaft blicken in diesem Jahr zurück Frau
Beate Krantz, Frau Ursula Paul-Bruns, Herr Gerhard Ostermeier und
Herr Wilhelm Mevert.
Wilhelm Mevert hatte auf dieser Jahreshauptversammlung seinen 25.
Auftritt als Schatzmeister. „Wir wissen was wir an ihm haben,
denn unsere Finanzen sind seit eh und je wohl geordnet und robust.
Es gab nie Grund für Beanstandungen“, so Jürgen
Watermann. Und so fing es damals an, Ernst August Kranz –
der verstorbene Gründungsvater und langjährige Vorsitzende
der SDAG soll gesagt haben: „Den kenne ich, der ist gut, der
hat Zeit und der macht das mit der Kameralistik, die verstehe ich.
Heute kann man sagen, er hatte recht, Wilhelm Mevert hat einen super
Job gemacht und dafür bedanken wir uns und hoffen dass es noch
lange so bleibt“.
Ein weitere Dank galt dem anwesenden Landrat Heinz Georg Schöttelndreier,
der immer bereit war, Gäste aus der Partnerstadt im Kreishaus
zu empfangen und den schönen Landkreis vorzustellen, Räumlichkeiten
zur Verfügung zu stellen und Transportkapazitäten zu mobilisieren
wusste.
Im Anschluss an die Veranstaltung wurde ein kleiner Imbiss gereicht.
Anschließend blieb Zeit zum Austausch von Erinnerungen an
Besuche in der Partnerstadt Schaumburg/Ill.
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