
Großer Empfang für „Schaumburg,
Germany“
Reisegruppe aus dem Landkreis feiert 25 Jahre Partnerschaft in
Schaumburg/Illinois
Fröhliches Wiedersehen in den USA: Anfang September hat
eine sechsköpfige Reisegruppe der Schaumburger Deutsch-Amerikanischen
Gesellschaft SDAG) die amerikanische Partnergemeinde Schaumburg/Illinois
besucht. Die Delegation kam aus dem gesamten Landkreis: Neben
der Schriftführerin des Vereins, Anne Coert, und ihrem Ehemann
Adolf aus Nienstädt gehörten auch Heidemarie Dreyer
aus Bückeburg, Karl-Heinrich Schneider aus Apelern, Sigrid
Henjes aus Barsinghausen und Tobias Landmann aus Rinteln zur Reisegruppe.
Anlass der Fahrt war das 25-jährige Bestehen
der Partnerschaft zwischen den beiden „Schaumburgs“.
Zu diesem Zweck hatte auch das „Sister Cities Committee“
der amerikanischen Seite eingeladen.
Der Zeitpunkt war bewusst gewählt, denn so konnte das Jubiläum
mit dem alljährlich Großer Empfang für „Schaumburg,
Germany“ stattfindenden „Schaumburg Septemberfest“
verbunden werden. Als „eine Mischung aus Altstadtfest und
Rintelner Messe“ müsse man sich die dreitägige
Veranstaltung vorstellen, so Tobias Landmann, Fotoreporter unserer
Zeitung.
Das
i-Tüpfelchen des Festes bildete eine über drei Kilometer
lange Parade, an der mehr als 60 Gruppen teilnahmen. Nicht nur
das große Aufgebot ließ vermuten, dass sich hier die
ganze Stadt präsentierte: Fast jeder Verein und jede öffentliche
Einrichtung waren vertreten. Neben den Polizei- und Feuerwehrabordnungen
marschierten auch die sogenannten „Marching Bands“
der örtlichen High Schools. Kurios: Damit die Bläser
und Schlagzeuger der Marching Bands die Strecke bei praller Sonne
auch ohne Pause durchstanden, wurden sie von einem eigenen Wasserträger
versorgt.
Obwohl sicherlich Höhepunkt, gab es außer dem Septemberfest
eine Reihe weiterer Veranstaltungen, die für die deutsche
Reisegruppe vorbereitet waren. Auf dem Programm standen unter
anderem ein Besuch beim Schaumburg Police Department, mit dessen
Polizei-Schäferhund Landmann schon am Rande des Septemberfests
Bekanntschaft gemacht hatte: Nach kurzer Demonstration durch einen
Police Officer konnte sich der Rintelner selber von den Fähigkeiten
des Hundes überzeugen, der ihn in den (geschützten)
Unterarm biss.
Eine weitere Attraktion war eine restaurierte, aus den 1880er
Jahren stammende Farm, in der ehrenamtliche Mitarbeiter nicht
nur die Kühe nach alter Sitte von Hand melken, sondern auch
historische Kleidung tragen. Schließlich stand auch eine
Besichtigung der 1869 erbauten St. Peters Church an, in deren
Museum die Habseligkeiten Friedrich Nerges ausgestellt werden,
der Mitte des 19. Jahrhunderts von Reinsdorf bei Apelern nach
Illinois ausgewandert war. Dieser hatte 1851 mit dem Ausspruch
„Schaumburg schall et heiten!“ den Namen der Stadt
bestimmt.
Die
Reise unterstrich die Bemühungen um die transatlantische
Freundschaft. „Das Sister Cities Committee hat auf jeden
Fall dazu beigetragen, das Bewusstsein der deutschen Herkunft
in Schaumburg/Illinois zu stärken“, erklärte Landmann,
sodass die deutschen Fähnchen bei der Parade nichts Ungewöhnliches
darstellten. Auch Schriftführerin Anne Coert fasste die Woche
in den USA als einen „sehr angenehmen Aufenthalt“
zusammen, bei dem sie viele Freunde und Bekannte wiedergesehen
hätte.
Am 26. September wird der Gegenbesuch der amerikanischen Schaumburger
erwartet, um das Jubiläum auch in Deutschland zu feiern.
Schaumburger Zeitung vom 16.09.08
/ flo / Fotos: tol
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