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Schaumburg
in Amerika - ein Erlebnis mit herzlicher Gastfreundschaft
und neuen Freunden
Dieser Tage kehrte eine 20-köpfige Reisegruppe von Jugendfußballern
mit Spielern aus den Vereinen TuS Niedernwöhren, Schwarz-Weiß
Enzen und der TuSG Wiedensahl nach 12 erlebnisreichen Tagen
glücklich, erschöpft, aber rundum zufrieden nach
ihrem Trip über den großen Teich ins heimische
Schaumburg zurück.
Sie waren überwältigt von einer kaum zu überbietenden
Gastfreundschaft in den amerikanischen Gastfamilien, begeistert
von der riesigen US-Metropole Chicago und beeindruckt von
der grünen Oase Schaumburg im US-Staat Illinois mit seinen
zahlreichen Parkanlagen.
Darüber hinaus blieben sie in drei Fußballfreundschaftsspielen
ungeschlagen. Erstaunlich war für sie auch die Soccer-
(Fußball) Begeisterung in den amerikanischen Schulen.
Im Rahmen eines Austauschprogramms, organisiert und vorbereitet
von der Schaumburger Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft (SDAG)
unter der Leitung des stellv. Vorsitzenden Jürgen Watermann
sowie durch den Trainer Ernst Führing reiste man mit
15 Spielern und den drei Betreuern Friedrich-Wilhelm Wahlmann,
Dietmar Schwalm und Klaus Sölter in die 80.000 Einwohner
zählende Stadt Schaumburg im Staate Illinois, der Partnerstadt
der SDAG.
Im amerikanischen Schaumburg wartete auf die deutsche Reisegruppe
ein umfangreiches Programm, das während der gesamten
Zeit keine lange Weile aufkommen ließ.
Besonders bemerkenswert war der schnelle Kontakt der jugendlichen
Fußballer mit ihren "Austauschschülern.
Hier ein kleines Tagebuch eines Reiseteilnehmers
Freitag, 10. Oktober 2003: Um vier Uhr in der früh haben
wir uns in Niedernwöhren zur Fahrt zum Flughafen Hannover-Langenhagen.
Von dort ging es nach Frankfurt. Nach einem zweistündigen
Aufenthalt hob dann ein Jumbo-Jet der Lufthansa mit der Flugnummer
430 gegen 10.45 Uhr von Frankfurt ab, um 8 ½ Stunden
später nach einem ruhigen Flug über die Nordsee,
Island, Grönland und Kanada auf dem größten
Passagierflughafen der Welt, dem Flughafen
O-Hare in Chicago, zu landen.
Dort wartete bereits eine Vertretung von Eltern der Austauschschüler
der Schaumburg High-School auf uns und mit einem Schulbus
aus den 40-Jahren ging es frohgelaunt und bei fast sommerlichen
Temperaturen in die Patenstadt.
Nach einem kleinen Imbiss, Erfrischungsgetränken und
einem kurzen Grußwort seitens der Verantwortlichen ging
es zu den Gastfamilien und zu ersten persönlichen Kontaktaufnahmen.
Am Abend trafen sich alle im Football-Stadion der Schaumburg
High-School, um dort gemeinsam ein Football-Spiel der heimischen
Schulmannschaft anzuschauen.
Obwohl nicht ganz regelsicher, hatte man Spaß an diesem
Spiel, besonders an dem ganzen Brimborium, angefangen vom
Singen der Nationalhymne, einer 160-köpfigen Musik- und
Marsch-Band sowie den hübschen Cherleadern (girls).
Samstag, 11. Oktober 2003: Nach einem etwas längeren
Schlaf habe ich den Vormittag jeweils in den Gastfamilien
verbracht. Am Nachmittag war wir Zuschauer bei einem Soccer
Spiel, dem deutschen Fußball, der Schaumburger High-School-Mannschaft.
Hier taten sich die deutschen Jugendfußballer als wahre
Cherleader hervor. Mit deutschen Fußballgesängen
wurden die US-Kicker nach vorne getrieben.
Den Abschluss des 2. Tages bildete eine Pizzaparty in einer
Gastfamilie mit etwa 90 Personen. Während die "Alten"
klönten" hatten wir eine prima Party im Keller der
Gastgeber.
Sonntag, 12. Oktober 2003: Nachdem wir diesen Vormittag in
den Gastfamilien verbracht hatten ( manche besichtigten Schaumburg,
manche fuhren Rad, wieder andere versuchten sich im Basketball),
hieß es zur Mittagszeit antreten zum 1. Fußballfreundschaftsspiel.
Gegner der B-Jugendspielgemeinschaft war eine C-Jugendmannschaft
vom Klub Arsenal Knollwood. Schnell machte sich der Altersunterschied
bemerkbar und nach 70 Minuten hieß es 7:2 für uns
Jugendlichen aus Deutschland. Den Abschluss des Tages bildete
ein gemeinsames Barbecue-Essen mit Hot-Dogs,Hamburgern, Toasts
und Cola aus Dosen in einer Gastfamilien.
Montag, 12. Oktober 2003: An diesem Tage hatten die amerikanischen
Schüler schulfrei. Es war "Columbus-Tag" ,
ein Feiertag. So ging es gemeinsam mit einigen "Vans"
zum Freizeitpark "Great America". Dieser Park erinnert
ein wenig an den Heidepark Soltau, nur sind dort bedeutend
mehr Looping-Bahnen als in der Lüneburger Heide. Besonderen
Anklang fand das Mountain-Rafting, denn in diesen Wildwasserkarussel
hatte man keine Chance, nicht nass zu werden. Am eigenen Leib
zu spüren bekam dieses sowohl Jürgen Watermann von
der SDAG als auch Klaus Sölter, der sich zuerst über
die "Dusche" für Jürgen gefreut hatte.
Positiv an diesem Tagesausflug war, dass die deutschen und
die amerikanischen Jungs hier gute Kontakte miteinander knüpften.
Die Freundschaft zwischen Schaumburg und Schaumburg war geschlossen
und das war für die weiteren Tage eine sehr gute und
wichtige Begebenheit.
Dienstag, 13. Oktober 2003: Den ganzen Tag Regen in Schaumburg,
aber die heutigen Besuchsprogrammpunkte waren alle "Inside".
Als erstes Empfang beim Bürgermeister im Stadtparlament
der Stadt Schaumburg.
Anschließend Besuch beim 5. Feuerwehrdepartment der
Stadt Schaumburg. Über 9000 Alarmanrufe laufen in den
fünf Feuerwehrdepartments der Stadt pro Jahr ein. Auch
während der knapp einstündigen Besichtigung der
Berufsfeuerwehr wurde diese Truppe zu zwei "Ernstfällen"
gerufen.
Interessant gestaltete sich der Besuch beim Polizei Department.
Neben Gefängniszellen, Polizeiauto, Polizeimotorrad und
Schießanlage wurde der deutschen Reisegruppe auch die
nagelneue, für 10 Millionen Dollar installierte Überwachungsstation
gezeigt.
Nach einem gemeinsamen Lunch in der bekannten Golfanlage
"Chandler's" zusammen mit einer deutsch-schaumburgischen
Reisegruppe von Krankenschwestern, die sich zeitgleich in
Schaumburg (USA) aufhielt, ging es am Nachmittag zu der zweitgrößten
Bücherei des Staates Illinois, wo die Jugendlichen aus
Schaumburg an zahlreich vorhandenen PCs "Gruß E-Mails"
in die Heimat verschicken konnten.
Zum Schluss des sehr kulturell gestalteten Tages besuchte
man die über 150 Jahre alte St. Peters' Lutheran Church
mit dem angrenzenden Friedhof. Viele Grabsteine dort erinnerten
uns an die Auswanderer aus Deutschland, fanden wir doch dort
etliche Grabsteine mit den uns bekannten Namen Salge, Nerge,
Völkening oder Wilkening.
Mittwoch, 14. Oktober 2003: Besuch der US-Metropole Chicago.
Neben dem Besuch des bekannten Field-Museums, in dem "Sue",
die bekannteste Nachbildung eines Dinosauriers zu sehen ist,
sowie einer Fahrt auf dem Chicago- River und dem Michigan-See
war die Besichtigung des Sears-Towers ein weiteres Highlight
des Besuchs in Chicago. Der Sears-Tower ist das höchste
begehbare Gebäude der Erde, den Besucher besteigen und
besichtigen können. Mit dem Fahrstuhl geht es in 55 Sekunden
vom 2. Untergeschoss in den 103. Stock, und von dort hat man
eine wahnsinnige Aussicht über die riesige Stadt.
Nach einem Stadtbummel ließen wir abschließend
am Navy Pier in einer großen "Fressmeile"
den unvergessenen Tag in Chicago bei Nacht ausklingen.
Donnerstag, 15. Oktober 2003: Den heutigen Tag nutzten wir,
um mit unseren Austauschschülern die Schaumburg High
School zu besuchen. Wir hatten die Möglichkeit am gesamten
Unterricht teilzunehmen, einschließlich des in Amerikas
Schulen gereichten Lunch in der schuleigenen Cafeteria.
Das während der Schulstunden natürlich wir, die
Gäste aus "Germany" im Mittelpunkt standen,
war nicht überraschend. So musste jeder in den einzelnen
Stunden, natürlich in Englisch, erzählen, wo er
herkommt, was er hier macht, wie die Schule in Deutschland
abläuft.
Interessant für die uns deutsche Jungs war selbstverständlich,
dass in Amerika Alkoholverbot bis 21 Jahre gilt, Zigaretten
erst ab 18 Jahre zu erwerben sind; aber ein Amerikaner bereits
mit 16 Jahren Auto fahren darf. So war es auch nicht verwunderlich,
dass einige von uns morgens mit ihren amerikanischen Gastgeberschülern
zur Schule gefahren sind.
Die Zeit des Schulbesuchs nutzten die Schaumburger Betreuer,
um in Begleitung zweier Gastväter Golf zu spielen. Nach
einem einstündigen Besuch auf der "Driving-Ranch"
ging es anschließend auf eine 9-Loch Golf Anlage. Obwohl
alle Schaumburger das erste Mal einen Golfschläger in
Händen hielten, schafften es Dietmar und Ernst sogar
ein "Par 3" zu spielen.
Am späten Nachmittag galt es wieder einmal die Soccerteams
der Schaumburg High School bei ihren Auswärtsspielen
in Palatine - einem Nachbarort von Schaumburg - anzufeuern.
Freitag, 17. Oktober 2003: Der Vormittag wurde noch einmal
zu einer gemeinsamen Besichtigungstour genutzt. Auf dem Programm
standen die Produktionsräume und -hallen der Tageszeitung
"Daily Herald", das ca. 10.000 Zuschauer fassende
Flyers Stadium, dem Spielort der schaumburgischen Baseball
Mannschaft, sowie der Flughafen von Schaumburg.
Nachmittags durfte man einen Tag vor der eigentlichen Einweihung
des neuen Schaumburg-Sport-Centers , einem Indoor-Sportkomplex,
einen Fußballkunstrasenplatz einweihen.
Bei einem ca. zweistündigem Training glänzten vielen
von uns die Augen und man konnte von einigen Lippen ablesen:
"Hätten wir im deutschen Schaumburg doch nur auch
so eine Fußballindooranlage".
Samstag, 18. Oktober 2003: Nachdem man sich tagsüber
in den Gastfamilien mit unterschiedlichen Schwerpunkten aufgehalten
hatte (die meisten waren in den vielen großen Läden
zum Shoppen unterwegs gewesen), fuhr wir am Abend nach Chicago
ins "Soldier Field", ein 60.000 Zuschauer fassendes
Stadion, um das Fußballspiel der amerikanischen Major
Soccer League zwischen der heimischen Mannschaft der Chicago
Fire gegen die Colorado Rapids anzuschauen.
Nach einem sehr unterhaltsamen Spiel siegte die Heimmannschaft
der "Fires" mit 4:3 Toren, und wir waren uns alle
einig, dass dieses Stadion mit den neuen deutschen Fußballstadien
sicher mithalten kann. Besonders beeindruckend war, dass unter
dem Spielfeld eine riesige Parkgarage vorhanden ist, so dass
man hier immer trockenen Fußes vom Auto ins Stadion
und zurück kommt.
Sonntag, 19. Oktober 2003: Das zweite Fußballspiel
stand an. Nach einigen schönen Kombinationen stand es
nach zehn Minuten schon mit 4:0. Danach ließen wir es
etwas langsamer angehen und zum Schluss hieß es 13:0
Montag, 20. Oktober 2003: Der Tag begann mit einem ausgiebigen
Frühstück, und anschließend hieß es
gemeinsamen Shoppen im Kaufhausparadies Woodfield. Dieses
"Kaufhaus" mit seinen ca. 300 verschiedenen Geschäften
und Boutiquen auf mehreren Ebenen lud uns zum ausführlichen
Einkauf ein. Natürlich standen T-Shirts und Jeans (äußerst
günstig zu erwerben) ganz oben auf der Einkaufsliste.
Aber auch Souvenirs für zu Hause sah man bei dem einen
oder anderen in den Einkaufstüten.
Begeisterung bei uns auf, als wir uns eine Stunde lang in
einer großen Spielhalle vergnügen konnten. Neben
Formel I und Basketball stand hier besonders der Versuch mit
dem Baseballschläger den Ball richtig zu treffen an erster
Stelle.
Am Nachmittag kam es dann zum dritten Fußballspiel
auf der USA-Reise. Gegner war die Mannschaft des FC Soccer
Chicago, eine Vereinsmannschaft, im Durchschnitt ein Jahr
jünger, die seit über einem Jahr nicht verloren
hat.
Nach einem etwas hektischen Spiel mit viel Kampf stand am
Ende ein leistungsgerechtes 1:1 auf dem Papier des Schiedsrichters.
Steffen Führing hatte die deutschen Fußballer in
Führung geschossen. Bereits im Gegenzug erzielten die
US-Boys den Ausgleich.
Nach dem traditionellen "Thanksgiving Dinner" in
der Cafeteria der Schaumburg High School betonte Jürgen
Watermann in einer kurzen Ansprache, dass man sich - wie im
Motto unseres Landkreises dargestellt - in Schaumburg zu Hause
gefühlt habe. Er lud dann die amerikanischen Fußballer
zum Gegenbesuch im Juni 2004 recht herzlich ein.
Dienstag, 21. Oktober 2003: Am Vormittag wurde das Naturschutzgebiet
Spring Valley mit der legendären Völkening-Farm
besichtigt.
Anschließend ging es nach dem Mittagessen zum Flughafen
O-Hare, wo gegen 16.45 Uhr der Lufthansa-Flug 435 über
den Atlantik und über Frankreich Richtung Heimat startete.
Mittwoch, 22. Oktober 2003: Nach einem etwa 8 1/2 stündigem
Nachtflug mit Zwischenstop in München landete man kurz
vor Mittag glücklich, erschöpft aber wohlbehalten
in Hannover, wo bereits einige Eltern auf die USA-Heimkehrer
warteten.
Den Abschluss bildete ein gemeinsames Essen in Niedernwöhren
in der Gaststätte Alter Krug.
Das war der Abschluss der Reise, aber nicht das Ende meiner
Erinnerung. Diese Reise wird mir immer in Erinnerung bleiben,
denn ich habe nicht nur etwas Großes erlebt, sondern
auch Freunde gefunden, und ich weiß, wie andere leben.
P. S.: wie ich gehört habe, ist es auch den anderen
aus meiner Mannschaft so ergangen. |