Auf den Spuren
der Auswanderer - SDAG unternahm Reise zum Deuschen Auswanderhaus
in Bremerhaven
Landkreis
(sw.). Wolfgang Paul wollte es wissen: Wo ist sein Ur-Ur-Großvater
geblieben, nachdem der seine Ur-Ur-Großmutter mit einem
kleinen Kind 1853 im Schaumburgischen zurückgelassen und
sich auf den Weg nach Amerika gemacht hatte? Eine Fahrt der Schaumburger
Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft (SDAG) in das im August eröffnete
Auswandererhaus in Bremerhaven sollte Aufschluss über das
Schicksal des treulosen Vorfahren bringen.
In Bremerhaven erwartete die Schaumburger
Gruppe, die sich zusammen mit Mitgliedern des Partnerschaftsvereins
Porta auf den Weg gemacht hatte, ein ebenso eindrucksvolles wie
umfangreiches Programm. Auf beeindruckende und vor allem nachvollziehbare
Weise stellt sich das Auswandererhaus als ein Erlebnismuseum dar.
Die Besucher wurden mit den Erwartungen und Hoffnungen der Auswanderer
vertraut gemacht. Sie konnten sich hineinfühlen in die Situation
des Abschiednehmens am Kai der Weserstadt. Sie wurden mit der
Situation in engen und muffigen Schlafgelegenheiten unter Deck
konfrontiert, mit faulenden Lebensmittelvorräten und epedemisch
um sich greifenden Krankheiten wie Cholera. Die Schaumburger konnten
aber auch die Freude der Ankunft in der Neuen Welt nachvollziehen.
Doch sie erfuhren auch, welche Schwierigkeiten die Auswanderer
von damals noch vor sich hatten bis sie ihre Zielorte erreichten.

Schaumburger am nachgestellten Auswanderer-Kai in
Bremerhaven: Hermann Eggers, Anne Coert, Manuela Schneider,
Stephan Walter, ein "Hafenarbeiter", Friedrich Judas |
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Dabei halfen nicht zuletzt Manuela Schneider
und ihre Tochter Elisa aus Krainhagen. Manuela Schneider
hatte sich extra für diese Fahrt in die Kluft gekleidet,
die sie während ihrer zehnwöchigen Überfahrt
auf einem Dreimast-Segler vor einem Jahr getragen hatte.
Damals stellte der WDR die Bedingungen der Auswanderer des
Jahres 1855 originalgetreu nach. Die Krainhägerin fand
viel Beachtung von den Museumsbesuchern und wurde immer
wieder auf ihre Kleidung angesprochen und nach ihren Erlebnissen
befragt.
Wofgang Paul aber interessierte sich vor allem für
die umfangreichen Datenbanken des Auswandererhauses, die
an zahlreichen Computerplätzen den Besuchern zugänglich
sind. Tatsächlich gelang es ihm, seinen Urahn auf einer
Passgierliste ausfindig zu machen. Doch auf den ebenfalls
vorhandenen amerikanischen Einwanderungslisten fand er sich
nicht. Das konnte nur eines bedeuten: Der deutsche Auswanderer
hatte das Ziel seiner Sehnsüchte nicht erreicht und
ist vermutlich wie so viele andere den Strapazen und Krankheiten
an Bord eines Auswandererschiffes zum Opfer gefallen.
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Die SDAG-Gruppe traf in Bremerhaven
auch Dr. Simone Eick, wissenschaftliche Mitarbeiterin des
Auswandererhauses. "Wir wollen die Doktorarbeit von
Frau Dr. Eick als Buch herausgeben, denn ihr Thema ist die
Auswanderung aus Schaumburg im 19. Jahrhundert, insbesondere
aus dem Raum Apelern", kündigte der Vorsitzende
der SDAG an, Dr. Stephan Walter. Diese Veröffentlichung
werde nicht nur im hiesigen, sondern auch im amerikanischen
Schaumburg schon sehnsüchtig erwartet, wußte
Walter zu berichten.
Stephan Walter, Manuela Schneider,
Anne Coert, Friedrich Judas, Hermann Eggers unter "Auswanderern"
am nachgestellten Hafenkai von Bremerhaven
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