Schaumburger Deutsch-Amerikanische Gesellschaft e.V.
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Zwei Schaumburger halten engen Kontakt
Beispielhafte Patenschaft / Weltweite Verbindungslinie mit Barsinghausen
BARSINGHAUSEN (wm). Unser Nachbarkreis Schaumburg pflegt, das ist hier wenig bekannt, die Patenschaft zu einer gleichnamigen Stadt im amerikanischen Bundesstaat Illinois. Das dortige Schaumburg wurde um 1850 von Auswanderern gegründet, die meist aus Apelern und Umgebung kamen. Noch heute heißen Hauptstraßen nach den Siedlerfamilien von damals oder schlicht "Schaumburg Road". Eine ist sogar nach Rodenberg benannt.
Vor wenigen Wochen war eine Delegation der Schaumburger Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft drüben bei ihrem Schwesterkomitee, um einen Freundschaftsstein zu enthüllen. Einen Obernkirchener Sandstein aus dem Bückeberg als Geschenk zum 50-jährigen Stadtjubiläum. Aus der Farmlandsiedlung ist nämlich inzwischen ein eleganter Vorort von Chicago geworden, kaum zwanzig Kilometer vom Flughafen O´Hare entfernt, mit 80.000 Einwohnern und weltweit operierenden Unternehmen. Das größte davon, Motorola, kennt man auch bei uns.
Ein bisschen vom Zufall unterstützt, fand sich sogar eine moderne Verbindung nach Barsinghausen. In Schaumburg, Illinois, befindet sich nämlich das Hauptquartier der in 60 Ländern der Erde tätigen "La Leche League (LLLI)", einer gemeinnützigen Fachorganisation zur Ermunterung, Information und Unterstützung stillender Mütter. Sie berät auch die Weltgesundheitsbehörde. Diese Liga, bei der man ebenfalls gerade 50. Geburtstag feiert, hat in Barsinghausen-Kirchdorf einen Beratungsstützpunkt.
Zurück zur Patenschaft der beiden Schaumburgs. Sie existiert schon über zwanzig Jahre. Man besucht sich nicht nur gegenseitig - schon über tausend Schaumburger von hier sind dort drüben gewesen, einschließlich der Fürsten zu Schaumburg-Lippe und der Spitzenpolitiker - , sondern unterhält auch einen regen Austausch: Schüler, Lehrer, Sportler, Polizisten, Feuerwehrleute, Bank- und Verwaltungsangestellte, Trachtengruppen, Chöre und Musikkapellen. Die Gäste aus den USA suchen hier nach der Herkunft ihrer Familien, entziffern die Inschriften über den Hoftoren oder forschen in alten Unterlagen. Für deutsche Besucher ist es aufregend, drüben über den Friedhof der ersten Siedler zu streifen und an den Grabsteinen nachzulesen, dass sie aus Apelern, Reinsdorf oder Algesdorf eingewandert waren. "Hessen Schaumburg" steht oft dabei, denn der an den Deister grenzende Teil Schaumburgs gehörte interessanterweise zu Hessen-Kassel. Und von dort gab es eine besonders starke Auswanderung.
Diese Patenschaft gilt denn auch als die engste aller mit den USA bestehenden. Und vermutlich wird sie noch wachsen: Erst kürzlich entstand der Kontakt zu einem weiteren örtlichen Kern von Illinois-Siedlern. Deren Vorväter kamen aus dem Schaumburger-Wunstorfer Flachland, zwischen Bad Nenndorf und dem Steinhuder Meer.

"Deister Aktuell" | Foto: wm - Frohe Begegnung in Illinois; Schaumburger von hüben und drüben.

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