Schaumburger Deutsch-Amerikanische Gesellschaft e.V.
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Im zweistündigen Umzug auf Position vier
Gelegenheit für Tausende, das Schaumburger Geschenk zu bewundern
LANDKREIS (wm). Mit dem Regenschirm fuhr die deutsche Schaumburg-Delegation an den Start der langen Septemberfestparade, um ihr Geschenk an Schaumburg-Illinois, den Freundschaftsstein, der Öffentlichkeit vorzustellen. Aber kaum hatten die siebzig teilnehmenden Gruppen Aufstellung genommen, da wurden die Schirme zugeklappt, von nun an schien die Sonne.

Für große Aufmerksamkeit war gesorgt: Nach den Polizei- und Feuerwehrwagen an der Spitze des Umzugs, nach den Stadtoberhäuptern und dem Partnerschaftskomitee rollte als erstes der Lastwagen mit dem Obernkirchener Sandstein durch die Paradestraße, zu Fuß begleitet von der deutschen Delegation. Dann kam eine ganze Ecke gar nichts, bis zum Hauptteil des Umzugs.
Drei Kilometer führt die zentrale Wohnstraße in sanften Kurven, zwischen grünen Hügeln, Baumgruppen und gepflegten Teichen hindurch nach dem Festplatz. Die Zuschauer sitzen am Bordstein auf mitgebrachten Klappsesseln, nur die Kinder stehen, andere Familien haben sich in den breiten weißen Garagen der Einfamilienhäuser auf dem Rasenhang ihr Plätzchen eingerichtet. Die Parade hat etwas Karnevaleskes, auch die deutsche Delegation wirft Süßigkeiten unters Publikum. Durch das Geheul der sichernden Polizeiwagen hört man Rufe: "Oh! Schaumburg Germany." Wenn die Niedersachsenfahne und der Stein vorbeikommen, wird oft Beifall geklatscht. Hier und da ruft jemand vom Straßenrand Grüße auf Deutsch herüber.
Der Umzug ist weitreichender zusammengesetzt als bei uns. Neben den Schulen und Sportvereinen, Kinder- und Tanzgruppen, Tanzschulen, Clubs und Vereinigungen sieht man Abordnungen aus Firmen, Banken, Behörden und Verbänden. Oder Kirchengemeinden und deren vollzählige Jugendgruppen. Oder Parteien und ihre leibhaftigen Wahlkandidaten (wie denn überhaupt in und an den Seiten der Parade tüchtig Wahlwerbung betrieben wird). Manche marschieren, andere benutzen fahrbare Untersätze, teils allegorische Wagen, Oldtimer fahren mit, Clowns treten auf, die "Söhne Italiens" und die mexikanische Folklore sind dabei. Weniger Musikkapellen als bei uns, dafür um so größere. Da präsentiert sich die größte Highschool, die "Saxons" (Sachsen) mit einer Band aus 350 Instrumenten! Natürlich auch Militärkapellen, zum Beispiel die in Schneeweiß gekleidete Band der Navy von den Großen Seen. Ungewohnt für unsere Augen: die vielen martialischen Uniformen und die Veteranen in Kampfanzügen.
Der Umzug dauert, unter den strengen Augen der Schaumburg Police und mit genügend Ordnern, wenigstens zwei Stunden. Währenddessen hat man den Freundschaftsstein unter einen Pavillon gestellt, vor das moderne Rathaus, das von flachen, weiträumigen Anlagen umgeben ist, von Plätzen, Parkzonen, einem See und hügeligem Grün. Alles supergroß und hervorragend gepflegt. Ringsum findet das Septemberfest statt. Wer den Stein beim Umzug verpasst hat, kann ihn hier nicht übersehen. Ein Geheimnis soll noch verraten werden: Dies ist gar nicht der echte Stein, sondern eine erstklassige Replik aus Glasfaserschaum. Den richtigen brauchte man derweil im Kongresszentrum, um ihn auf den Sockel zu mauern. wm

Wochenblatt vom 20.09.06 / Foto: wm

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