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Eine Partnerschaft entsteht
Schaumburg in Amerika hat zwar seinen Namen erhalten, weil die
Einwanderer an ihre alte Heimat in Deutschland erinnern wollten.
Doch der Kontakt zwischen den beiden Schaumburg ging in den langen
Jahrzehnten nach und nach verloren.
Die Informationen über das jeweils andere Schaumburg waren
nur spärlich, wenn überhaupt vorhanden. In Amerika glaubte
man irrtümlicherweise, die Gründerväter und -mütter
seien aus Schaumburg-Lippe gekommen, wo auch die Schaumburg zu finden
sei, von der man einen originalen Stein in das neu errichtete Rathaus
eingebaut hatte. Im deutschen Schaumburg gab es so gut wie gar keine
Kenntnis von einem "zweiten Schaumburg" in Amerika.
Das änderte sich erst Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts.
Eine Gruppe von Schülern der Schaumburg High School hielt sich
im Rahmen eines Austauschprogramms im westfälischen Soest auf.
Die jungen Amerikaner unternahmen einen Tagesausflug zur Schaumburg
an der Weser, wo sie von Landrat Ernst-August Kranz begrüßt
wurden.
In den darauf folgenden Jahren besuchte der Bürgermeister von
Schaumburg, Illinois, Herbert Aigner mit seiner Familie den Landkreis
Schaumburg. 1981 erfolgte ein "Gegenbesuch" des Schaumburger
Landrates Kranz und seiner Frau. Seine Eindrücke schilderte
Kranz wie folgt:
"Wir wurden mit offenen Armen und einer überwältigenden
Herzlichkeit empfangen. Die Überraschung, hier in der Nähe
von Chicago Menschen zu treffen, mit denen man sich im besten Schaumburger
Plattdeutsch unterhalten konnte, war natürlich sehr groß.
Obwohl kaum einer von ihnen jemals in Deutschland gewesen war, hatten
sie über viele Jahrzehnte ihre Schaumburger Abstammung und
ihre Mundart nicht vergessen. Vieles, etwa die Namen auf den Grabsteinen
ihrer Friedhöfe oder die Kirchenbücher gaben Auskunft,
aus welchen Dörfern und Familien unseres Schaumburger Landes
ihre Vorfahren gekommen sind
Im Sommer 1982 hielt sich eine Fußballmannschaft aus Niedernwöhren
im amerikanischen Schaumburg auf. Im Herbst folgte der Student Stephan
Walter aus Obernkirchen. Er nahm an einer Sitzung des Stadtrates
teil, auf der beschlossen wurde, partnerschaftliche Kontakte mit
Schaumburg in Deutschland aufzunehmen. Diese Bitte griff Ernst-August
Kranz auf, indem er 20 ausgewählte Persönlichkeiten, darunter
Landrat Heiner Schoof und Philipp-Ernst Fürst zu Schaumburg-Lippe,
in das Staatsarchiv im Bückeburger Schloss einlud. Dort wurde
am 18. Februar 1983 die Schaumburger Deutsch-Amerikanische Gesellschaft
e.V. (SDAG) als Träger der Partnerschaft mit Schaumburg in
Illinois gegründet.
Die Gründungsmitglieder stellten die Arbeit der Gesellschaft
unter ein Leitwort, dem sich alle ehrenamtlich Tätigen seit
mehr als 20 Jahre verpflichtet fühlen: "Wir bauen Brücken
- von Kontinent zu Kontinent, von Mensch zu Mensch."

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